7.4.10

(USW) Yoko Tawada

Am Montag hoerte ich die Lesung von Yoko Tawada, die Gedichte sowohl auf Deutsch als auch auf Japanisch schreibt. Sie interessiert sich viel fuer die Laute von Sprachen, also waren die erste zwei Gedichte Kombinationen von Lauten in der japanischen Sprache. Sie erzaehlte uns einen japanischen Mythos, in dem der Fuchs seinen Name bekam. Ein Fuchs verkleidete sich als eine Frau, und er schluf mit einem Mann. Als der Mann lernte, dass die Frau wirklich ein Fuchs war, wurde er zornig. Trotzdem sagte er spaeter, dass der Fuchs konnte zurueckkommen und bei ihm bleiben. Deswegen bekam der Fuchs (きつね - "kitsune" auf Japanisch) seinen Name, weil "komm und schlaf" きつ ね, oder "kitsu ne" auf Japanisch heisst.



Sie sprach auch ueber die Beschwerlichkeiten von Uebersetzungen, und sie las ein Gedicht auf Deutsch und auf Japanisch. Obwohl ich nicht so viel Japanisch kann, hoerte ich ein Paar Woerter, die in dem deutschen Text waren; sie waren alle Woerter, die auf Englisch kamen, wie "Parking." Sie erzaehlte, dass Japanisch die Laute "p" benutzt, nur wenn das Wort von einer fremden Sprache kommt. Sie sagte auch, dass es schwer ist, ein deutsches Gedicht auf Japanisch zu uebersetzen, weil man Deutsch "neutral" schreiben kann, aber auf Japanisch muss man immer geschlechtsspezifische Woerter benutzen und an Volksschicht denken. Japanisch hat viele Woerter fuer "ich," und alle bedeuten etwas anders - あたし (atashi) wurde nie von Maenner benutzt, und おれ (ore) wurde nur von Jungen benutzt. Wenn man "ich" auf Japanisch uebersetzt, muss man entscheiden, wer spricht, und man muss nicht so viel daran denken, wenn man Deutsch schreibt.

Ich fand die Lesung interessant, weil ich versuchte, Japanisch zu lernen. Ich interessiere mich auch fuer Uebersetzungen, weil ich sie immer fuer Latein und Altgriechisch mache. Eines Tages moechte ich ihre Texte auf Deutsch und auf Japanisch lesen koennen.

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